Wie wir Mode anders nutzen können

Wenn ich mir Zeitschriften und Instagram ansehe, dann bekomme ich den Eindruck, dass die Modebranche nichts mehr mit mir zu tun hat. Ich frage mich, was diese Influencer da machen. Mode besteht im öffentlichen Bild aus oberflächlicher Schönheit, die Aspekte wie den eigenen Stil oder ressourcenschonende Produktion außer Acht lassen. Aus Menschen die mir lächelnd erzählen, was ich tragen muss um ähnlich toll auszusehen. Meiner Meinung nach ist das vollkommener Bullshit. Das Schönheitsideal verrutscht seit dem Aufkommen von Influencern immer mehr ins absurde. Und wir kaufen immer mehr. Seit den 2000er Jahren hat sich der Modekonsum mehr als verdoppelt. Bis 2030 wird eine weitere Verdopplung statt finden.

 

Wieviel hat die Mode in

Kleidung

den Zeitschriften

und Instagram Feeds

noch mit uns zu tun?

Dabei sind die Folgen der übermäßigen Modeproduktion verheerend. Die Ressourcen reichen schon lange nicht mehr aus, um einigermaßen umweltfreundlich zu produzieren. Über 75% der Fasern sind mittlerweile chemisch, also Plastik. Die Stoffqualität ist mittlerweile so schlecht, dass kaum was davon recycelt werden kann. Die Massen an Altkleidern verstopfen unsere Welt. Die Baumwollproduktion hat dazu geführt, dass der viert größte See der Welt, der Aralsee fast ausgetrocknet ist. Und der CO2 Ausstoß der Modeindustrie ist mittlerweile so groß, wie der von Luft- und Schifffahrt zusammen! (Quelle: Buch Fashion Changers) Hinzu kommt eine Art der modernen Sklaverei in den Produktionsländern. Und das alles nur, damit wir wie Verrückte ständig neue Kleidung kaufen können, die uns nach wenigen Wochen langweilt. Kleidung, die nicht unseren Stil formt, sonder einfach so aussieht wie alle anderen. Influencer zeigen die ständig wechselnden Kollektionen von Zara und H&M und bewerben die günstigen Preise. Der Preis ist allerdings sehr viel höher als wir glauben.

Diese Kleidung die wir dort kaufen wird nie wieder verschwinden. Denn sie ist Plastikmüll.

 

Aus meiner Sicht verunsichert uns der aktuelle Modekonsum extrem in unserem Stil. Wir können keinen eigenen, langlebigen Stil entwickeln wenn wir so viel neue Kleidung kaufen. Und uns so viel „inspirieren“ lassen. Egal ob sie hochwertig oder Fast Fashion ist. (Fast Fashion sind die Billigmodehäuser die immer schneller und immer schlechter produzierte Kollektionen auf den Markt bringen) Fakt ist, es reicht nicht auf hochwertig oder fair produzierte Kleidung umzusteigen, denn auch hier sind die Ressourcen begrenzt. Wir müssen lernen mehr aus dem zu machen, was wir bereits haben. Wir müssen lernen, bewusster zu konsumieren. Auch und gerade wenn du es dir leisten kannst viel Kleidung zu kaufen, kommt es jetzt darauf an eben dies nicht mehr zu tun.

Du willst etwas verändern? Dann können gerade wir Frauen bei unserem Stil beginnen.

Wir können aufhören anderen Frauen nachzueifern und einmal überlegen, was wir eigentlich AUF DAUER tragen möchten. Wie wir aussehen möchten, worin wir uns gut fühlen. Du kannst deine Figur besser kennen lernen und beobachten, worin du dich gut fühlst. Welche Schnitte dir stehen, welche Farben. Das ist die Grundlage für einen langlebigen Stil. Keine Stilikone dieser Welt hat jemals ihren Stil so drastisch und so oft verändert, wie wir es gerade tun.

Der erste Schritt kann also sein, deinen eigenen Konsum zu reduzieren. Ich würde es gern etwas radikaler ausdrücken: wir müssen aufhören diese Massen bei den Fast Fashion Ketten zu kaufen und zwar sofort. Wir können damit beginnen, unsere Sachen öfter zum Schneider zu bringen, wenn sie kaputt sind. Und wir können damit beginnen, unseren eigenen Stil zu beobachten und nicht länger den der Anderen. Das alles sind Schritte, die JEDER tun kann. Egal mit welchem Einkommen, Wohnort, etc. Und die aktuelle Zeit zeigt uns ja, wie gut wir mit einem gewissen Verzicht umgehen können. Doch bevor wir jetzt beginnen massenhaft online Kleidung zu kaufen können wir überlegen, ob wir wirklich etwas Neues brauchen.

 

Die Überlegung, dass dieses neue Kleidungsstück für immer auf dieser Welt bleiben wird (oder zumindest die nächsten 300 Jahre) ist eine Überlegung, die mir immer bei der Kaufentscheidungen hilft. Möchte ich dafür verantwortlich sein, dass dieses Kleidungsstück im Umlauf ist? Natürlich ist es dadurch nicht einfach weg, aber diesen kleinen Beitrag können wir alle leisten. Wir tragen die Verantwortung für die Sachen die in unsere Schränke einziehen und die damit weiter und weiter produziert werden.

Und wenn du Lust hast, ein bisschen mehr in das Thema eigener Stil einzusteigen, dann melde dich zum kostenfreien Webinar „Mode und der eigene Stil“ an. Dieses findet am Dienstag, den 28. April um 20 Uhr statt.

Ich freue mich, dich dort zu treffen.

Viele Grüße Dunja

 

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